Wer an die Steiermark denkt, hat oft grüne Hügel und Weinberge im Kopf. Dabei liegt im Herzen des Ennstalles eine der vielseitigsten Urlaubsregionen Österreichs: Schladming mit dem Dachsteinmassiv im Hintergrund. Auf rund 745 Metern Seehöhe gelegen, aber mit Gletschern auf knapp 2.700 Metern in Reichweite, deckt diese Region ein Spektrum ab, das sonst selten auf so kleinem Raum zusammenkommt.
Was die Region auszeichnet
Schladming ist kein unentdecktes Geheimtipp-Ziel mehr. Spätestens seit der Alpinen Ski-WM 2013 steht der Ort auf der internationalen Landkarte. Wer zusätzlich Ausflugsziele am Bodensee sucht, findet bei Ausflugsziele-bodensee Natur- und Landschaftstipps rund um den See. Das Planai-Stadion fasst bei Großveranstaltungen bis zu 50.000 Zuschauer, und die Infrastruktur wurde seitdem konsequent ausgebaut. Trotzdem hat der Ortskern seinen Charakter behalten: Die Innenstadt ist überschaubar, die Promenade entlang des Talbaches lädt zum Flanieren ein, und Restaurants servieren steirische Küche ohne Touristenpreisaufschlag bis ins Absurde.
Der entscheidende Unterschied zu vergleichbaren Orten wie Zell am See oder St. Anton: Schladming liegt im Verbund der Ski-Amade, dem nach eigenen Angaben größten Skiverbund Österreichs mit über 760 Pistenkilometern. Das bedeutet im Winter mit einer einzigen Tageskarte Zugang zu vier Hauptbahnen und Dutzenden kleineren Liftanlagen.
Sommer: Wandern, Biken, Klettern
Den Fehler, Schladming als reines Winterziel abzustempeln, sollte man nicht machen. Die Sommersaison hat in den vergangenen zehn Jahren massiv aufgeholt. Die Planai-Seilbahn transportiert Wanderer und Mountainbiker von Mai bis Oktober auf 1.894 Meter. Von dort starten Touren in alle Richtungen: leichte Panoramawege für Familien, aber auch anspruchsvolle Grate Richtung Dachstein-Südwand.
Wer mit dem Rad unterwegs ist, findet auf dem Bike-Park Planai einen der meistfrequentierten Streckennetze der Alpen. Insgesamt rund 40 markierte Strecken reichen vom Grüner-Anfängerkurs bis zum schwarzen Downhill-Trail mit Steilkurven und Sprüngen. Leihräder und geführte Touren sind direkt an der Talstation buchbar.
Für Kletterer lohnt der Blick auf das Dachstein-Klettersteig-Netz. Die Via Ferrata Dachstein gilt als einer der klassischen Klettersteige Österreichs, die Route führt über den Westgipfel auf 2.995 Meter. Die Tourismusbüros empfehlen Schwindelfreiheit, festes Schuhwerk und mindestens einen Halbtagspuffer für Wetterumschwünge ein, die auf dieser Höhe schnell aufziehen können.
Genussurlaub: Essen, Einkehren, Entspannen
Der Begriff Genussurlaub wird gerne überstrapaziert. In Schladming steckt dahinter aber ein konkretes Angebot. Die Almhütten auf der Planai und dem benachbarten Hochwurzen servieren regional produzierte Zutaten: Steirisches Almrind, Käse aus der Region, selbst gebackenes Brot. Wer nach einer Wanderung auf der Onkelalm oder der Krahbergalm einkehrt, zahlt für ein Mittagessen mit Aussicht zwischen 12 und 18 Euro, abhängig vom Gericht.
In der Unterkunftswahl spiegelt sich dieser Anspruch wider. Wer ein familiär geführtes Landhaus mit persönlicher Atmosphäre sucht, findet in der Region entsprechende Adressen. Das Schladming Umland bietet dafür eine gute Auswahl abseits der großen Hotelketten, oft mit eigenem Wellnessbereich und Frühstück aus der Hausküche. Gerade für Aufenthalte von einer Woche oder länger zahlt sich diese Unterkunftsform aus, weil der Kontakt zu lokalen Gastgebern den Zugang zur Region spürbar erleichtert.
Wer Therme und Erholung kombinieren möchte, fährt vom Ortskern Schladming in etwa 20 Minuten zur Riesneralm oder zur Tauern Spa nach Kaprun, wobei Letzteres bereits außerhalb der engeren Region liegt. Im Ort selbst bieten mehrere Hotels ihr Spa auch Tagesgästen an.
Winter: Mehr als nur Skifahren
Im Winter bündelt sich das Angebot noch einmal. Die vier Gletscher Planai, Hochwurzen, Hauser Kaibling und Reiteralm sind über Shuttle-Busse und Verbindungslifte miteinander erreichbar. Auf der Planai stehen 38 Pistenkilometer zur Verfügung, der Hauser Kaibling gilt mit seiner langen Abfahrt nach Haus im Ennstal als einer der schönsten Abfahrten im Verbund.
Langlauf hat im Ennstal eine eigene Tradition. Das Loipennetz umfasst über 110 Kilometer, davon ein großer Teil gespurt und regelmäßig präpariert. Der Talloipe entlang des Ennsufers können auch Anfänger folgen, ohne große Höhenunterschiede bewältigen zu müssen.
Für Familien mit Kindern ist der Kinderskilift am Planai-Westhang ein guter Einstieg. Skischulen nehmen Kinder ab drei Jahren in Kurse, die täglichen Kurszeiten sind auf Halbtagsbasis buchbar, was Eltern Spielraum lässt, selbst Abfahrten zu fahren.
Praktische Hinweise für die Reiseplanung
- Anreise: Schladming liegt an der Tauernautobahn A10, die Ausfahrt Schladming ist ausgeschildert. Mit dem Zug ist der Ort über den Bahnhof Schladming direkt erreichbar, Verbindungen ab Wien dauern rund drei Stunden.
- Beste Reisezeit Sommer: Juli bis Mitte September. Die Hütten öffnen meist Mitte Juni, voll in Betrieb sind die meisten Bergbahnen ab Anfang Juli.
- Beste Reisezeit Winter: Dezember bis Anfang April. Schneesicherheit ist auf Höhenlagen über 1.500 Metern bis Ende März verlässlich gegeben.
- Kosten: Eine Tageskarte im Ski-Amade-Verbund kostet in der Hauptsaison zwischen 60 und 70 Euro für Erwachsene. Mehrtageskarten ab fünf Tagen sind deutlich günstiger pro Tag.
- Ausrüstung: Ski- und Bikeausrüstung lässt sich direkt im Ort ausleihen. Mehrere Verleihe am Hauptplatz bieten auch E-Bikes und Kinderskis an.
Fazit
Schladming und der Dachstein funktionieren als Urlaubsziel, weil das Angebot konkret und verlässlich ist. Es gibt keine leeren Versprechen, dass „für jeden etwas dabei“ sei, ohne Substanz dahinter. Wer im Sommer zwei Wochen wandert und abends gut essen möchte, findet das. Wer im Winter eine Woche Skifahren plant und dabei nicht auf eine Après-Ski-Meile angewiesen ist, auch. Die Region hat in den vergangenen Jahren in Infrastruktur investiert, ohne dabei den ursprünglichen Charakter des Ortes zu verlieren. Das ist keine Selbstverständlichkeit in den Alpen.