Ladungsmeter statt Kubikmeter: Warum Speditionen anders rechnen als Umzugsfirmen

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8. September 2026

Ladungsmeter statt Kubikmeter: Warum Speditionen anders rechnen als Umzugsfirmen

Wer zum ersten Mal eine Palette per Spedition verschickt, erlebt eine Überraschung: Die Sendung wiegt 180 Kilogramm, abgerechnet werden 740. Das ist kein Fehler, sondern das Frachtpflichtgewicht. Es entsteht aus einer Einheit, die außerhalb der Branche kaum jemand kennt.

Was ein Ladungsmeter ist

Ein Ladungsmeter ist ein Meter Laderaumlänge über die volle Breite eines Lkw, also 2,40 Meter. Das ergibt 2,4 Quadratmeter Ladefläche. Ein Sattelauflieger hat 13,6 Ladungsmeter. Speditionen rechnen in dieser Einheit, weil sie beschreibt, was tatsächlich knapp ist: nicht Gewicht, sondern Fläche.

Eine Europalette mit 120 mal 80 Zentimetern belegt quer gestellt 0,4 Ladungsmeter, längs gestellt 0,5. Eine Industriepalette mit 120 mal 100 belegt 0,5. Ist die Ware nicht stapelbar, gilt die volle Fläche, egal wie flach die Palette ist.

Wie das Frachtpflichtgewicht entsteht

Im Stückgutverkehr rechnen die meisten Speditionen einen Ladungsmeter mit 1.850 Kilogramm. Belegt eine Sendung 0,4 Ladungsmeter, ergibt das 740 Kilogramm Frachtpflichtgewicht. Abgerechnet wird der höhere Wert aus tatsächlichem Gewicht und Frachtpflichtgewicht. Die 180 Kilogramm leichte Palette zahlt also für 740.

Die Umrechnung variiert je nach Spedition und Verkehrsart. Im Sammelgutverkehr sind 1.850 Kilogramm üblich, bei Teilladungen teils 1.500, im Luftfrachtbereich gelten ganz andere Faktoren. Wer Angebote vergleicht, muss diese Zahl kennen.

Rechenbeispiel

Sendung Ladungsmeter Frachtpflichtgewicht Tatsächlich Abgerechnet
1 Europalette, nicht stapelbar, 180 kg 0,40 740 kg 180 kg 740 kg
4 Europaletten, doppelt stapelbar, je 350 kg 0,80 1.480 kg 1.400 kg 1.480 kg
2 Industriepaletten, je 900 kg 1,00 1.850 kg 1.800 kg 1.850 kg
1 Maschine 2,4 × 1,2 m, 2.800 kg 1,20 2.220 kg 2.800 kg 2.800 kg

Nur im letzten Fall bestimmt das Gewicht den Preis. Bei allem, was leicht und sperrig ist, entscheidet der Laderaum. Für eigene Sendungen lässt sich das vorab durchspielen, etwa mit dem Ladungsmeter-Rechner von Transport-Unternehmen.de, der Maße, Stapelbarkeit und Gewicht in die Abrechnungsgröße übersetzt.

Was das für die Anfrage bedeutet

  • Maße jedes Packstücks angeben, nicht nur das Gewicht.
  • Stapelbarkeit ausdrücklich nennen. Sie halbiert die belegte Fläche.
  • Bei leichter Ware die Paletten möglichst voll packen. Eine halb beladene Palette kostet so viel wie eine volle.
  • Industriepaletten quer statt längs verladen lassen, wo die Ladungssicherung es zulässt.

Der Unterschied zur Umzugsbranche

Umzugsfirmen rechnen in Kubikmetern, weil Umzugsgut in alle drei Dimensionen wächst und im Koffer gestapelt wird. Speditionen rechnen in Ladungsmetern, weil Paletten auf dem Boden stehen und die Höhe oft ungenutzt bleibt. Wer beide Welten verwechselt, bekommt für Firmenumzüge mit Palettenware regelmäßig unbrauchbare Angebote.

Bild: Mark Stebnicki via Pexels