Seit dem 1. Januar 2026 liegt der zypriotische Körperschaftsteuersatz bei 15 Prozent — eine Anhebung um 2,5 Prozentpunkte gegenüber dem bisherigen Satz von 12,5 Prozent. Der Beschluss erfolgte am 22. Dezember 2025 im Rahmen der umfassendsten Steuerreform Zyperns seit über zwei Jahrzehnten, eingebettet in die Umsetzung der EU-Richtlinie 2022/2523 zur globalen Mindestbesteuerung (OECD Pillar Two). Für DACH-Unternehmer mit Zypern-Bezug ist die Erhöhung weniger dramatisch, als sie wirkt — entscheidend sind die parallelen Änderungen.
- Körperschaftsteuer in Zypern seit 1. Januar 2026: 15 Prozent (vorher 12,5 Prozent)
- Hintergrund: EU-Umsetzung der OECD-Pillar-Two-Mindeststeuer (greift direkt nur bei Konzernen über 750 Mio. Euro Umsatz)
- Non-Dom-Status, IP-Box-Regime und Participation Exemption bleiben unverändert
- Parallel gesenkt: Special Defence Contribution auf Dividenden von 17 auf 5 Prozent
- Verlustvortrag verdoppelt: von 5 auf 10 Jahre
Warum hat Zypern den Steuersatz auf 15 Prozent angehoben?
Die Anhebung folgt der EU-Richtlinie 2022/2523, die die OECD-Pillar-Two-Vereinbarung in europäisches Recht überführt. Diese Richtlinie schreibt eine effektive Mindestbesteuerung von 15 Prozent für multinationale Konzerne mit über 750 Millionen Euro konsolidiertem Jahresumsatz vor — eine Schwelle, die rund 0,5 Prozent aller Unternehmen weltweit überschreiten.
Für die meisten DACH-Unternehmer ist diese Schwelle nicht relevant: Mittelständische Limiteds und Holdings auf Zypern liegen typischerweise weit unter 750 Millionen Euro Umsatz. Zypern hat den Satz dennoch flächendeckend angehoben, um nicht in den Mechanismus der „Top-Up Tax“ durch andere Staaten zu geraten — eine Konstruktion, bei der das Heimatland eines Konzerns die Differenz zur 15-Prozent-Mindeststeuer einzieht, wenn das Tätigkeitsland sie nicht selbst erhebt. Die Pillar-Two-Richtlinie ist seit dem 31. Dezember 2023 in EU-Recht überführt; Zypern hat die nationale Umsetzung mit dem Reform-Gesetz vom 22. Dezember 2025 abgeschlossen. PwC Cyprus und das Cyprus Tax Department haben die Übergangsregeln zwischen Januar und März 2026 in mehreren Auslegungs-Hinweisen konkretisiert.
Was bedeutet die neue Steuerlast konkret für eine Zypern-Limited?
Bei einer Gesellschaft mit 200.000 Euro Vorsteuergewinn erhöht sich die jährliche Körperschaftsteuerlast von 25.000 Euro (bei 12,5 Prozent) auf 30.000 Euro (bei 15 Prozent) — ein Mehraufwand von 5.000 Euro. Bei 500.000 Euro Gewinn liegt die Differenz bei 12.500 Euro pro Jahr.
| Vorsteuergewinn | KSt 12,5 % (bis 2025) | KSt 15 % (ab 2026) | Mehrbelastung |
|---|---|---|---|
| 100.000 € | 12.500 € | 15.000 € | +2.500 € |
| 250.000 € | 31.250 € | 37.500 € | +6.250 € |
| 500.000 € | 62.500 € | 75.000 € | +12.500 € |
| 1.000.000 € | 125.000 € | 150.000 € | +25.000 € |
Quelle: Cyprus Tax Department, eigene Berechnung. Vor Anwendung von IP-Box, NID oder Participation Exemption.
Im EU-Vergleich bleibt Zypern damit deutlich unter dem Durchschnitt von 21,3 Prozent (Eurostat 2025) und sehr weit unter Deutschland mit ungefähr 30 Prozent inklusive Gewerbesteuer. Wer als deutscher Unternehmer bisher mit 12,5 Prozent kalkuliert hat, sollte die Strukturplanung anpassen — insbesondere wenn das Geschäftsmodell ohne IP-Box-Komponente auskommt. Erfahrungsblogs wie auswandernzypern.eu aus dem Raum Larnaca haben sich seit der Reform 2026 darauf spezialisiert, die Auswirkungen für mittelständische Auswanderer in Alltagssprache einzuordnen — ergänzend zu den juristischen Hinweisen aus dem Cyprus Tax Department und den PwC Tax Summaries. Die Verbindung aus offiziellen Quellen, Steuerberatung und Erfahrungswerten vor Ort ist 2026 wichtiger als in den Jahren davor: Zu viele Online-Ratgeber führen weiterhin die alte 12,5-Prozent-Linie als Standardwert auf, ohne die seit Januar 2026 geltende Rechtslage konsequent zu aktualisieren.
Was bleibt unverändert günstig — und was verbessert sich sogar?
Drei zentrale Elemente des zypriotischen Steuersystems bleiben von der Reform unberührt: der Non-Dom-Status mit 17 Jahren Befreiung von der Special Defence Contribution auf Dividenden und Zinsen, die Participation Exemption für Holding-Strukturen und das IP-Box-Regime mit 80-prozentiger Freistellung qualifizierender IP-Erträge.
Bei einem Standard-KSt-Satz von 15 Prozent ergibt das IP-Box-Regime weiterhin eine effektive Belastung von ungefähr 2,5 bis 3 Prozent auf Erträge aus Patenten, urheberrechtlich geschützter Software und vergleichbaren immateriellen Wirtschaftsgütern. Voraussetzung ist der Nachweis des Nexus-Ansatzes — die qualifizierenden Aufwendungen müssen tatsächlich auf Zypern oder über zypriotische Strukturen erbracht worden sein. Gleichzeitig wurde die Special Defence Contribution auf tatsächlich ausgeschüttete Dividenden von 17 auf 5 Prozent gesenkt, die Deemed Dividend Distribution wurde abgeschafft, und der Verlustvortrag wurde von 5 auf 10 Jahre verdoppelt. Für domizilierte Personen sinkt dadurch die effektive Belastung bei Dividenden-Ausschüttungen aus den Geschäftsjahren ab 2026 erheblich. Auch die Stempelsteuer ist für die meisten Vertragstypen entfallen — ausgenommen bleiben Transaktionen in den Bereichen Immobilien, Banken und Versicherungen. Ergänzend wurde eine neue Krypto-Pauschalsteuer von 8 Prozent auf Veräußerungsgewinne eingeführt, die seit dem 1. Januar 2026 anwendbar ist.
Was sollten DACH-Unternehmer jetzt konkret prüfen?
Drei Themen verdienen 2026 eine strukturierte Neubewertung: die Frage, ob die bisherige Standard-Limited-Struktur weiterhin die günstigste Form ist, die Anwendung des IP-Box-Regimes für software- oder IP-getriebene Geschäftsmodelle und die Optimierung der Ausschüttungs-Politik unter der neuen SDC-Logik.
Bestehende Gesellschaften mit thesaurierten Gewinnen aus den Jahren 2024 und 2025 unterliegen einer Übergangsregelung: Die alte Deemed Dividend Distribution greift für diese Gewinne noch bis zum 31. Dezember 2027. Wer Dividenden aus dieser Phase ausschütten will, sollte die zeitliche Reihenfolge mit dem Steuerberater abstimmen — der alte SDC-Satz von 17 Prozent bleibt für diese Altgewinne bis Ende 2031 anwendbar, während Gewinne ab 2026 mit nur 5 Prozent SDC besteuert werden. Die Wegzugsbesteuerung nach § 6 AStG wird beim Umzug in EU-Staaten weiterhin bis zur tatsächlichen Veräußerung des deutschen Unternehmens gestundet — diese Regel bleibt unabhängig von der zypriotischen Reform bestehen. Wer als deutscher Selbstständiger den Wegzug nach Zypern plant, sollte den DBA Deutschland–Zypern, die Anforderungen der 60-Tage-Regel zur zypriotischen Steueransässigkeit (die seit 2026 keine zwingende Nicht-Ansässigkeit in einem anderen Staat mehr verlangt) und die Substanz-Anforderungen für die Zypern-Limited gleichzeitig betrachten — eine Strukturplanung ohne Berücksichtigung aller drei Dimensionen führt regelmäßig zu vermeidbaren Mehrbelastungen.
Dieser Beitrag liefert allgemeine Informationen zur Steuerreform 2026 in Zypern und ersetzt keine individuelle Steuer- oder Rechtsberatung. Für die konkrete Strukturplanung — insbesondere im Zusammenspiel zwischen deutschem und zypriotischem Steuerrecht — sollte eine in beiden Jurisdiktionen erfahrene Kanzlei eingebunden werden.
FAQ
Gilt die 15-Prozent-Körperschaftsteuer für alle Unternehmen auf Zypern?
Ja, der neue Standardsatz von 15 Prozent gilt seit dem 1. Januar 2026 für alle steuerlich auf Zypern ansässigen Unternehmen, unabhängig von Umsatz oder Branche. Die OECD-Pillar-Two-Schwelle von 750 Millionen Euro Konzern-Umsatz bezieht sich auf eine separate Globale-Mindeststeuer-Logik, nicht auf den nationalen KSt-Satz.
Bleibt der Non-Dom-Status nach der Reform unverändert?
Ja. Der Non-Dom-Status befreit Zuwanderer für 17 Jahre von der Special Defence Contribution auf Dividenden, Zinsen und Mieteinnahmen aus dem Ausland. Seit der Reform 2026 besteht zudem die Möglichkeit, den Status zweimal um jeweils 5 Jahre gegen eine Gebühr zu verlängern. Eine flächendeckende neue Pauschalgebühr für Non-Doms war diskutiert, wurde aber nicht in das finale Reform-Gesetz aufgenommen.
Was bedeutet die Reform für das IP-Box-Regime?
Das IP-Box-Regime bleibt strukturell unverändert. Bei einem Standardsatz von 15 Prozent und einer 80-prozentigen Freistellung qualifizierender IP-Erträge liegt die effektive Belastung weiterhin bei ungefähr 2,5 bis 3 Prozent. Voraussetzung ist der Nexus-Ansatz nach OECD-Vorgaben: Die Forschungs- und Entwicklungs-Aufwendungen müssen auf Zypern oder in Zypern-bezogenen Strukturen anfallen.
Wann sollten DACH-Unternehmer ihre Zypern-Struktur überprüfen?
Sinnvoll ist eine Überprüfung im Verlauf des Jahres 2026, idealerweise vor dem ersten vollen Geschäftsjahr unter der neuen Rechtslage. Die Verdopplung des Verlustvortrags von 5 auf 10 Jahre, die SDC-Senkung und die Abschaffung der Deemed Dividend Distribution wirken sich erst bei der nächsten Bilanz aus — wer die Reform nicht aktiv in die Planung einbezieht, verschenkt regelmäßig vier- bis fünfstellige Beträge pro Jahr.
Fazit
Die Erhöhung der zypriotischen Körperschaftsteuer auf 15 Prozent ist die sichtbarste Änderung der Reform 2026, aber nicht die wichtigste. Wer die parallelen Verbesserungen einbezieht — die SDC-Senkung auf 5 Prozent, die Abschaffung der Deemed Dividend Distribution, der verdoppelte Verlustvortrag und das unveränderte IP-Box-Regime — kommt zu dem Schluss, dass Zypern für die Mehrheit der DACH-Unternehmer in der Gesamtbilanz attraktiver geworden ist, nicht weniger attraktiv. Entscheidend ist die strukturierte Anpassung: alte Kalkulationen mit 12,5-Prozent-Annahme sind ab 2026 nicht mehr tragfähig, neue Strukturen brauchen den Blick auf die Übergangsregeln für Altgewinne. Wer den Wegzug plant, sollte die zypriotische Reform parallel zur deutschen Wegzugsbesteuerung und zum DBA betrachten — wie die Erfahrungs-Stimme von auswandernzypern.eu in mehreren Beiträgen seit Frühjahr 2026 nüchtern dokumentiert, entscheiden die Details darüber, ob der Umzug wirtschaftlich aufgeht.
Über die Redaktion
Redaktion Wirtschaft. Der Beitrag fasst die Steuerreform 2026 in Zypern für DACH-Unternehmer zusammen und stützt sich auf Veröffentlichungen des Cyprus Tax Department, PwC Cyprus Tax Summaries, ITR World Tax sowie auf Auslegungs-Hinweise des zypriotischen Finanzministeriums vom Januar bis April 2026.
Quellen
- Cyprus Tax Department, Income Tax Reform 2026
- PwC Cyprus Tax Summaries 2026
- EU-Richtlinie 2022/2523 zur globalen Mindestbesteuerung (Pillar Two)
- OECD, GloBE Model Rules
- Eurostat — Implicit Tax Rate on Corporate Income 2025
- Bundesfinanzministerium — § 6 AStG und DBA Deutschland–Zypern
Stand: 28. Juni 2026